^Nach oben
logo

Offenes Haus

Offenes Haus

Seit September 2017 arbeiten wir in allen Gruppen nach dem Prinzip des offenen Hauses. Für dieses Konzept haben wir uns entschieden, weil wir davon überzeugt sind, dass wir in diesem Rahmen die Selbstbildungsprozesse der Kinder durch anregende und vielfältig gestaltete Lernplätze positiv anregen und fördern.

Was bedeutet „offenes Arbeiten“?

Kurz gesagt bedeutet der Begriff „offenes Arbeiten“ für uns, Gruppenübergreifendes Arbeiten mit einzelnen räumlichen bzw. pädagogischen Schwerpunkten zwischen denen die Kinder eigenständig und nach ihren individuellen Bedürfnissen im Laufe des Vormittages wechseln können. Die Umgebung ist für die Kinder so vorbereitet, dass sie die unterschiedlichsten Möglichkeiten haben sich zu beschäftigen. Die Pädagogen/innen betreuen abwechselnd jeden dieser Bereiche und bieten den Kindern Lernmöglichkeiten an, die sie nutzen können aber nicht müssen.

So findet jedes Kind eine, speziell den Bedürfnissen vorbereitete Umgebung vor, und hat dort Raum und Zeit, sich mit Neuem und Bekanntem auseinanderzusetzen: zu dem zählt ein Rollenspiel- und Puppenzimmer, ein Musik- und Bewegungsraum, ein Kreativbereich , ein Baubereich ,ein Montessoribereich und eine Küche , in der auch die Kinder die Möglichkeit haben bei Essenszubereitungen fleißig mitzuhelfen.

Das „offene Haus“ in der Praxis

Auch dieses System braucht seine Regeln und einen Ablauf. Wir beginnen am Morgen mit einer gesammelten Gruppe, die sich je nach Kinderanzahl um ca. 07:30 öffnet. Ab diesem Zeitpunkt haben die Kinder die Möglichkeit zwischen den offenen Räumen zu wechseln.

Die Öffnung der Räume funktioniert nach dem Ampelsystem: Grün heißt, die Kinder dürfen den Raum nutzten. Bei Rot ist der Raum geschlossen bzw. der/die betreuende Pädagoge/in hat entschieden, dass schon genug Kinder im Zimmer sind. Dabei spielt nicht die Anzahl der Kinder die sich im Raum aufhalten eine Rolle, sondern ob die Kinder noch die Möglichkeit haben sich zu entfalten. Zu viele Kinder in einem Zimmer bedeuten für einzelne oft eine Einschränkung im Spielverhalten, darum kann die Pädagogin nach ihrem Ermessen den Raum für kurze Zeit „sperren“ und so den Kindern die Ruhe und den Platz für die persönliche Entfaltung ermöglichen.

In den Räumen werden unterschiedliche Angebote in den Bildungsbereichen von den Pädagogen/innen bereitgestellt. Unverzichtbar ist es die Kinder gut zu Beobachten und auf aktuelle Interessen und Vorlieben einzugehen. In unseren Einrichtungen werden alle Vorbereitungen in Mappen abgelegt und stehen so jederzeit zur Verfügung und können angepasst an die Situation angeboten werden. Dabei ist es uns wichtig die Kinder zwar nicht zu bespielen, ihnen aber trotzdem die Möglichkeit zu bieten sich abwechslungsreich zu beschäftigen und ihnen positive und wertvolle Lernerfahrungen zu bieten.

Natürlich ist auch der Garten ein wichtiger Bereich der bei fast jedem Wetter von einem/r Pädagoge/in besetzt ist. Beim Anziehen wollen wir die Kinder in ihrer Selbstständigkeit fördern und sie so viel wie möglich alleine machen lassen. Wir stehen ihnen unterstützend bei und fädeln ihnen z.B. den Reisverschluss bei der Jacke ein. Im Garten haben die Kinder die Möglichkeit ihrem Bewegungs- und Entdeckungsdrang vollkommen nachzukommen. In allen Gärten gibt es eine Sandkiste, verschiedene Fahrzeuge zum Fortbewegen und Möglichkeiten zum Klettern und Steigen. In den Sommermonaten bieten wir auch die Jause schon im Freien an und nutzten schöne Tage aus. Bildungseinheiten wie Bücher anschauen, basteln, singen, usw. werden auch im Garten angeboten.

Die gleitende Jause findet zwischen 07:30 und 09:30 Uhr statt. Jedes Kind kann entscheiden wann es hungrig ist und jausnen will. Dabei ist zu beachten, dass es begrenzte Sitzplätze am Jausentisch gibt und man eventuell auch mal kurz warten muss (Ampelsystem). Angekommen im Jausenbereich holt sich das Kind selbstständig einen Teller und ein Glas aus dem Regal. Auf dem Platz angekommen steht nun in der Tischmitte die Jause auf Gemeinschaftstellern. Diese werden am Morgen von den ersten hungrigen Kindern gemeinsam mit dem/der Pädagoge/in vorbereitet. Jedes Kind bekommt einen Teller und kann sich von den Gemeinschaftstellern und -schüsseln Butterbrote, Marmeladebrote und verschiedenstes Obst und Gemüse der Saison selbstständig nehmen. Dabei haben wir die Regel, dass immer nur ein Stück nach dem anderen genommen werden darf. Wir essen mit Genuss und jeder in seinem Tempo. Die Kinder entscheiden selber was sie mögen und was nicht und entwickeln ein gesundes Sättigungsgefühl. Beim Essen in dieser kleinen Gruppe von Kindern lernen sie zu teilen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Sie sorgen für sich selbst und für andere, da der bereitgestellte Jausenteller weitergereicht wird. Die Kinder dürfen zur Jause trinken um den gesunden Appetit zu fördern. Aus kleinen Glaskaraffen können sich die Kinder selbstständig Wasser oder Tee in ihr Glas gießen. Die Jause ist ein wertvolles gemeinschaftliches Erlebnis, das das „Miteinander“ fördert. Uns ist es wichtig den Kindern einen familiären Rahmen zu bieten um die Jause genießen zu können.

Bis ca. 11 Uhr beschäftigen sich die Kinder frei im offenen Haus bzw. im Garten. Anschließend folgt durch ein Signal und das Aufräum-Lied die Aufräumphase. Alle helfen zusammen die Spielsachen, Bastelutensilien, usw. wieder an ihren Platz zu bringen. Ist das geschafft, sucht sich jedes Kind einen gemütlichen Platz zum „Träumen“. Es folgt ein ruhiges Lied bei dem die Kinder zur Ruhe kommen können und sich kurz entspannen und den Tag Revue passieren lassen können. Danach sammeln sich die Kinder im Essbereich und es wird gemeinsam das Mittagessen eingenommen.

Wir essen gemeinsam zu Mittag. Alle treffen sich am Tisch und stülpen sich selbstständig die Lätzchen über und krempeln die Ärmel nach hinten. Anschließend sprechen wir ein Tischgebet. Die Kinder entscheiden ob sie eine Suppe möchten. Um die Selbstständigkeit und das Einschätzen des eigenen Hungers zu fördern können die Kinder selber das Essen herausschöpfen. Den jüngeren Kindern helfen wir dabei. Wir erinnern die Kinder, nur so viel zu nehmen wie sie wirklich essen können. Grundsätzlich müssen die Kinder nichts essen was sie nicht mögen, trotzdem sollten sie ein kleines Stück probieren. Wenn sie etwas nicht mögen oder satt sind, müssen sie nicht aufessen. Zum Essen bekommen die Kinder wieder Tee oder Wasser zum selbstständigen nachfüllen in die Tischmitte gestellt. Wenn der Großteil der Kinder fertig ist, dürfen die Kinder nach der Reihe aufstehen, ihr Lätzchen aufhängen und sich die Hände und den Mund waschen. Uns ist es wichtig, dass die Kinder bei alltäglichen Dingen wie dem Mittagessen lernen selbstständig zu handeln.

Danach werden die ersten Kinder schon wieder von ihren Eltern abgeholt. Ab 12:30 Uhr ist Schlafenszeit. Kinder, die „nur“ bis 14:00 Uhr bleiben, dürfen sich gemeinsam zum Rasten auf die Matratzen in den Bewegungsraum bzw. in Niederndorf ins Kuschelnest legen. Kinder, die bis 17:00 Uhr bei uns sind, legen sich im Schlafzimmer in ihr eigenes Bettchen.

Bis ca. 14:45 Uhr sind meist alle Kinder wieder wach. Bis dahin gibt es für die „Frühaufsteher“ eine Freispielphase im Gruppenraum oder sie helfen bei der Vorbereitung der Nachmittagsjause mit. Nachdem alle wieder wach sind, wird am Nachmittag gemeinsam gejausnet.

Die Zeit nach der Jause bis zum Abholen ist wieder Freispielzeit, diese verbringen wir meist draußen im Garten oder wir gehen eine kleine Runde spazieren. Es kann aber auch sein, dass die Kinder einen besonderen Wunsch (Spiel, Basteln, Singen, …) haben, dann wird dieser nach Möglichkeit erfüllt. Am Nachmittag sind aufgrund des reduzierten Personals und der geringeren Kinderanzahl nicht mehr alle Räume geöffnet.

Nach und nach verabschieden wir dann auch die Nachmittagskinder, bis spätestens 17:00 Uhr werden alle Kinder abgeholt

Themenbereiche der pädagogischen Arbeit

Die Themenbereiche unserer pädagogischen Arbeit, richten sich einerseits nach dem Jahreskreis, andererseits arbeiten wir situationsbezogen, d.h. wir greifen Situationen oder Themen des Alltags auf und besprechen oder bearbeiten diese. Dabei orientieren wir uns an folgenden Förderbereichen:

  • Bewegung

            Bewegungsspiele, Parcours, Tänze, Bewegungsgeschichten, Turnübungen,          Klettermöglichkeiten, Bewegen zu Klängen, …

  • Kreativität

Unterschiedliche Werkarbeiten passend zu den Themen oder Interessen der Kinder mit den verschiedensten Techniken und Materialien, immer zugängliche Materialien wie Schere, Kleber, Stanzer, Schnipsel, Aufkleber, Wolle, unterschiedliche Papiersorten und verschiedene Farben

  • Sprache

Fingerspiele, Bilderbücher, Gedichte, Reime, Geschichten, …

  • Musik

Lieder, Tänze, Kreisspiellieder, Instrumente, Klanggeschichten, …

  • Hauswirtschaftliche Tätigkeiten

Gemeinsames Kochen, kennenlernen von Lebensmittel, Umgang mit Küchenutensilien, …